Malawi-Reise 2010

Ofenbau an den drei Schulen Nkondesi, Mwangothaya und Nsanjama mit Ecki, Susanne, Dirk, Jan, Norbert, Alex, Pieter und Hanno.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Hanno Müller, ich wohne in Gummersbach, bin Mitglied im Mlango e.V. und habe diesen Reisebericht geschrieben. Ich wurde von Norbert gefragt, ihm beim Ofenbau in den unten aufgeführten Schulen zu helfen.

Norbert, Pieter und ich waren, wie von Norbert schon vorher initiiert, für die Ofenbau- und Pflanzprojekte zuständig, die an den drei im Rahmen der Schulspeisung geförderten Schulen durchgeführt werden sollten.

Nun fängt der Bericht an.

Nach gutem, von Susanne organisiertem Flug von Frankfurt über Addis Abeba kamen wir in Lilongwe an. Ecki und Norbert kümmerten sich um die Mietautos, die wir dann nach einigen Verhandlungen in Lilongwe übernahmen. Ich fuhr mit Norbert, Pieter und Jan in einer Limousine und in der anderen Ecki, Susanne, Dirk und Alex.

Nach diesen ersten Formalitäten ging es, wie geplant, über eine Hauptverkehrsstraße nach Salima und dann nach Senga Bay, wo wir in einer Lodge übernachteten. Nach anstrengender Fahrt und Ankunft im Dunkeln konnten wir uns aber doch noch im See abkühlen (ein tolles Gefühl).

Für mich als Malawi-Neuling war der erste Eindruck – von der Ankunft auf dem Flughafen bis zum Schlafen – von diesem Land, den Einwohnern, dem Essen, der Schlafstelle usw. gewaltig und bedeutete für mich als Europäer eine totale Umstellung in der Verhaltensweise.

Nach der ersten Nacht ging es weiter über Blantyre (zweitgrößte Stadt in Malawi), wo wir Geld tauschten, nach Mulanje zur Cara O´Mula Country Lodge. Dieser Ort liegt am Fuße der Mulanje Mountains, ein gewaltiges, sich über ca. 20 x 25 km² erstreckendes Bergmassiv, dessen höchster Gipfel ca. 3000 m erreicht. Ein majestätischer Eindruck in dieser trockenen und weiten Ebene. In gemütlicher Runde am Abend wurden diese Eindrücke beim guten Essen unter uns Acht analysiert und besonders von den Neuen verdaut. Ein oder zwei Greens (dänisches Bier) durften nicht fehlen.

Ab Dienstag kamen wir zur eigentlichen Aufgabe unserer Reise, indem wir die drei Schulen Nkondesi, Mwangothaya und Nsanjama besuchten. An allen Tagen begleiteten uns der für alle Schulen zuständige Reverend sowie Wyson Phillipo (Verbindungsmann zu Mlango).

Die Fahrt dorthin war schon abenteuerlich, auf Straßen, die bei uns im Ausbau von forstwirtschaftlichen- oder landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen bei weitem übertroffen werden.

An der ersten Schule (Nkondesi) angekommen erwarteten uns schon die Kinder, Eltern und Lehrer und begleiteten uns mit Gesang und freudigem Ausdruck zu einem vorbereiteten, geschmückten Lehrerzimmer.

Diesen Anblick, besonders der Kinder mit ihren strahlenden Augen und neugierigen Blicken und Gesten, werde ich nie vergessen.

Im Lehrerzimmer angekommen stellten die Lehrer, Elternvertreter sowie der Reverend sich vor und berichteten über die Probleme und freudigen Ereignisse, die sich im Laufe des Jahres an der Schule getan hatten. Auch  Dr. Binder (Ecki) stellte unsere Gruppe vor, berichtete über Spenden, finanzielle Probleme, unsere Vorstellungen im Rahmen der Schulspeisung, neue Projekte wie Ofenbau und Pflanzung und gab einige Empfehlungen weiter.

Zum Schluss wurden von Ecki, Dirk und Norbert noch Geschenke an die Schulleitung übergeben, die auch nützlich sein können, z. B. eine große Schöpfkelle, womit aus einem Kessel die Speise für die Kinder besser verteilt werden kann.

Dann verließen wir den Raum und sahen Tänze, Schauspiele, Gesang, sportliche Übungen der Schüler und Eltern in typisch afrikanischer Art und Weise (ganz toll).

Für mich war das oben erlebte wieder ein Höhepunkt, der noch verarbeitet werden muss. Dies bezieht sich auf den Empfang, die Vorführungen und auch den Einsatz des Mlango Vorstandes, der sich vor Ort davon überzeugt, wie die Spenden verteilt und zweckentsprechend eingesetzt werden.
Der Anblick der Kinder aller Altersgruppen hat mich im Herzen erfüllt, aber auch mit Mitleid getroffen.

Nach dieser Veranstaltung verließen wir die Schule, wurden vom Reverend zum Essen eingeladen, schauten uns noch einen typischen malawischen Markt an, badeten in den in der Nähe von Mulanje gelegenen Likhubula Pools, bevor wir dann in unsere Lodge nach Mulanje fuhren und den Tag ausklingen ließen.

Dieser Ablauf wiederholte sich an allen drei Schulen, wobei die Themen und Vorführungen im Detail unterschiedlich waren.

Ab Freitag hat sich das Team um Norbert, d.h. mit Pieter, Alex als Praktikant im Hospital (er bleibt ca. 2 Monate) und mir, von den anderen getrennt, um Vorbereitungen für die geplanten Projekte wie Neubau bzw. Verbesserung der Kochstellen (damit die Erwärmung der Schulspeise effektiver wird) zu treffen. Dies soll sich unter anderem an der kürzeren Erwärmungszeit und in geringerem Verbrauch an Brennholz bemerkbar machen.

Ein weiteres Projekt war das Bereitstellen von Baumsetzlingen (Laub- und Obstbäume) über das MMCT (Mulanje Mountains Conservation Trust) und von Baumsamen über das zuständige Forstamt (kostenlos). Diese Gespräche verliefen positiv, so dass wir alles in der nächsten Woche abholen konnten.

Der Sinn und Zweck dieser Aktion soll sein, dass die Schüler über die zuständigen Lehrer in den Schulgärten oder auf dafür ausgewiesenen Flächen die Pflanzen einpflanzen und über Samen anziehen, damit in Zukunft mehr Brennholz und vitaminreiche Kost für die Kinder zur Verfügung steht (ein Versuch).

Am Nachmittag fuhren wir zu einer Kirche, wo uns die Frauengruppe um Mai Jana erwartete. Diese Gruppe (ebenfalls von Mlango unterstützt) beschäftigt sich in ihrer Freizeit mit allerlei Handarbeit. Auch der örtliche Pastor war anwesend. In der Kirche wurden Tänze, Gesang und ein Schauspiel vorgeführt und gegenseitig Geschenke überreicht. Die Geschenke der Frauengruppe wurden anschließend in einer Prozession von den Frauen auf dem Kopf zum Auto getragen (faszinierend).

An diesen Tagen haben wir oft, wenn wir an einem Markt vorbei kamen, afrikanische Souvenirs und Handarbeiten für den Weihnachtsmarkt in Minden eingekauft. Dieses Handeln auf den Märkten, das Anreden von Seiten der Händler mit „Boss, guter Preis“ bleibt mir auch ewig in Erinnerung.

Am Abend haben wir uns mit der ganzen Gruppe getroffen und Abschied von Susanne, Dirk, Ecki und Jan genommen, die von Freitag bis Sonntag in Richtung Malawisee fuhren und zum Abschluss ihrer Reise noch zwei Ruhetage einlegen wollten.

Die Cara O’Mula Lodge in Mulanje verließen wir am Samstag um 8 Uhr. Norbert, Pieter, Alex und ich trafen uns an den Likhubula Pools mit einem Guide (Führer). Er war ein junger Bursche mit Namen Louis. Mit ihm haben wir unter Federführung von Klettergemse Norbert das Mulanje Bergmassiv am ersten Tag bis auf ca. 2100 m zu einer CCAP Hütte erklommen.

Mit Alex (junger Krankenpfleger), Pieter (junger Familienvater) und Norbert (erfahrener Bergsteiger) tat ich mich, als Anfang-Sechziger, besonders bei dieser Hitze schwer und hatte Probleme den Anschluss zu halten. Den Rucksack habe ich unterwegs schon an Louis übergeben, was für mich eine deutliche Erleichterung bedeutete.

Susanne, ich habe oft an deine Worte gedacht, weil du eine ähnliche Tour vor ca. 3 – 4  Jahren mit Norbert hinter dir hast.

Jedenfalls haben wir die Hütte nach ca. 7,5 Std. erreicht und ich war stolz diesen Aufstieg geschafft zu haben. Der Ausblick und auch die Landschaftsformen unterwegs haben alles entschädigt.

An der Hütte angekommen haben wir unsere Betten belegt und auf der Terrasse erstmal verschnauft, geruht und die Aussicht genossen. Die Hütte war bewirtschaftet, so dass wir auf einer offenen Feuerstelle unser mitgebrachtes Gemüse und Reis kochen konnten. Da wir keinen Strom hatten, haben wir bei Kerzenlicht gegessen und danach die Stille und den kühleren Wind genossen. Pieter und Norbert schliefen die Nacht auf der Terrasse in Schlafsäcken.

Am Sonntag nach dem Frühstück wanderten wir erneut los und erreichten nach ca. 2 Std. Aufstieg den Chilemba Peak. Wieder mit wunderschönem Ausblick auf die Mulanje Ebene. Bis Mittag hielten wir uns dort auf und gingen weiter bis zu den Lichenya Pools. Diese liegen inmitten dieser tropischen Bergwelt und waren für uns ein wunderschöner Abschluss der Wanderung mit Abkühlung und tollen Ausblicken in unmittelbarer Nähe der Pools.

Am Montag ging es wegen der Hitze und der Termine, die noch vor uns lagen schon um 6 Uhr los in Richtung Mulanje. Dieser Abstieg fiel mir erheblich leichter, wir hüpften wie die Gemsen von einem Stein zum anderen und erreichten nach ca. 3,5 Std. die Likhubula Pools. Die Steine waren trocken, aber wehe sie wären nass gewesen (nicht wahr Susanne!).

Nach dem Abkühlen in den Pools ging es zum Auto und weiter zum Einkaufen von Zement, Schamotte Steine und weitere Vorbereitungen treffen für den Ofenbau.

Am späten Nachmittag zogen wir um ins Mulanje Mission Hospital. Dort bekamen wir ein Zimmer mit 3 Betten im Schwesternwohnheim zu sehr günstigem Preis. Wasser zum Waschen und für die Toilettenspülung nahmen wir aus einem großen Behälter, weil zur Zeit kein fließendes Wasser zur Verfügung stand. Kochen konnten wir in einer kleinen Küche, wo auch alle Geräte zur Verfügung standen.

Am Dienstag kamen wir dann zum eigentlichen Thema unserer Gruppe, dem Umbau (Neubau) der bestehenden Öfen.

Um 7.30 Uhr holten wir Wyson ab und fuhren mit den vorbereiteten bzw. gekauften Arbeitsmaterialien, z.B. Zement und eigens von Deutschland mitgebrachtem Werkzeug von Norbert, zur ersten Schule Mwangothaya.

Dieser Ofen wurde unter fachlicher Leitung von Norbert, Helfern der Schule (ein Maurer, ein Vater und drei weitere Helfer), Pieter und mir ganz neu gemauert. Tage vorher wurde die Schulleitung über Wyson informiert, welche Fachkräfte und Arbeitsmaterialien (z.B. Sand) gebraucht wurden. Diese Koordination klappte, so dass bei allen drei Schulen ein problemloses Arbeiten möglich war. Es wurden zuerst die besten, am härtesten gebrannten Steine ausgesucht und nach Anleitung von Norbert (die Planung hatte er in Deutschland und auch an den Vortagen mit uns schon ausgearbeitet) auf dem Boden ausgelegt. Die Helfer mischten Mörtel und Pieter und ich gaben  die Steine weiter zum mauern. So nahm alles den geplanten Ablauf. Nachdem nur noch Details wie Verputzen offen standen, machten wir uns auf den Weg zur nächsten Schule Nkondesi. Ab 14 Uhr mauerten wir, wie oben beschrieben, auf einen vorhandenen Ofen einen runden Aufbau zur besseren Nutzung der Wärme. Diese Arbeiten gingen natürlich schneller und auch wie geplant.

Der dritte Ofen wurde am nächsten Tag in Nsanjama erstellt. Es wurde eine primitive Feuerstelle, die erst einmal gelöscht werden und dann noch abkühlen musste, im Kern mit von uns gekauften Schamotte-Steinen ausgelegt. Für das Vermauern der Schamotte-Steine wurde vor Ort gelagerter Lehm verwendet.

Der Aufbau des Ofens und der Ablauf der Arbeiten erfolgten wie Tags zuvor, wobei Kleinigkeiten in der Form verändert wurden. Norbert hatte auch hier wieder alles im Griff und setzte seine Erfahrung und Kenntnisse im Lehm- und Ofenbau in seiner für ihn bekannten Art mit Pieter und mir ein.

Am Nachmittag verließen wir die Schule und kühlten uns wie so oft in den o. g. Pools ab. Das war angenehm und notwendig, weil die Ofenarbeiten für das gesamte Team bei dieser Hitze anstrengend und schweißtreibend waren.

Für mich war diese Ofenbauaktion an den Schulen wieder sehr interessant, weil die Kinder uns in jeder Arbeitsphase begleiteten, in ihrer netten Art mit ihren leuchtenden Augen andächtig beobachteten und nicht selten auch temperamentvoll unterhielten. Hier konnte ich feststellen, wie notwendig unsere Unterstützung betreffend der Schulspeisung der Kinder ist und dass die Kinder und Eltern auf Grund ihrer Armut und Hilfsbedürftigkeit unsere Arbeit zu schätzen wissen.

Am Donnerstag gingen wir das zweite Projekt „Pflanzen und Samen für die Schulen“ an. Dank der vor einigen Tagen getroffenen Vorbereitungen konnten wir beim MMCT 60 Stck. in Containern verschulte Setzlinge und beim Forstamt Samen abholen.

Im Folgenden kurze Beschreibung der Arten :

Pflanzen in Containern

  • Paclulla nuts, ein breitwüchsiger Nussbaum, der auch als Feuerholz Verwendung findet.
  • Neem tree(Niembaum), ein schnell wachsender, meist immergrüner Baum, der eine durchschnittliche Wuchshöhe von ca. 20 m hat und bis zu 200 Jahre alt werden kann.
  • Guave, Obstbaum, dessen Früchte in tropischen Ländern mit Äpfeln vergleichbar sind.
  • Avocado, bis zu 15 m hoher, schnellwüchsiger Obstbaum, dessen Früchte sehr vitaminreich sind.
  • Mango, dieser Obstbaum kann bis zu 35 m hoch werden und an der Spitze der Krone eine Breite von ca. 10 m erreichen. Die Frucht hängt an langen Stielen und wiegt bis zu 2 kg.
  • Pawla (Zitrusbaum), bis zu 20 m hoher Baum, der Zitrusfrüchte trägt.

Samen

  • Senna siamea (Cassod Baum oder Kosia), ein mittelgroßer bis großer Baum, bis zu 20 m hoch mit einem kurzem Stamm, geringer Verzweigung und hoher Krone.
  • Abbizia lebbeck (Lebekkbaum), bis zu 30 m hoher, sommergrüner Baum mit langen, bohnenartigen Samenschoten.
  • Masawu, mittelgroßer Obstbaum mit kleinen, essbaren Früchten.
  • Senna spectabils, bis zu 6 m hoher, schnellwüchsiger Baum oder Strauch mit gelber Blüte. Vergleichbar mit der Akazie bei uns.

Nachdem wir den Wagen mit den Pflanzen und den Samen mit Containertüten geladen hatten, reisten wir wieder mit Wyson zu den Schulen und übergaben sie den zuständigen Lehrern. Die größte Schule bekam 30 Pflanzen und dementsprechend auch mehr Samen, die zweitgrößte 20 und Samen und die kleinste 10 mit Samen. Durch Norbert wurden die Lehrer nochmals über den Sinn und Zweck dieses Projektes aufgeklärt und darauf hingewiesen, das die Pflanzen baldmöglichst eingepflanzt und 2 x täglich gewässert werden müssen. Wir verabschiedeten uns mit der Hoffnung, dass die Bäume und der Samen anwachsen und ihren Zweck als Feuerholz und Obst als Zusatznahrung für die Kinder erfüllen. Wyson soll dieses Projekt begleiten und nach einiger Zeit Norbert berichten.

Als Abschluss unserer Projekte sahen wir die drei Öfen im fertigen Zustand (bei der Pflanzenverteilung), waren zufrieden und sahen unsere Arbeit als abgeschlossen an.

Am Abend trafen wir im Hospital unsere Abreisevorbereitungen und verabschiedeten uns bei einer Flasche Bier von Wyson mit Familie und Alex, der sein Praktikum noch einige Wochen weiterführt.

Am Freitag kauften wir den uns von Ecki aufgetragenen Tee an der Plantage und fuhren in Richtung Malawisee zum Somba Plateau. Somba ist übrigens eine schöne alte Stadt mit alten Gebäuden aus der Kolonialzeit der Engländer. Wir übernachteten auf dem Plateau in einer wunderschön gelegenen Hütte bei einer nicht mehr betriebenen Forellenzuchtanlage. Von hier hatten wir einen tollen Blick auf die Anlage und in einen schönen urwaldähnlichen Baumbestand. Wir genossen in einer von vielen Tieren erzeugten Geräuschkulisse den Sonnenuntergang und beobachteten einige Affen.

Unser nächstes Ziel war der Liwonde National Park. Trotz vorheriger Zweifel wegen zu hoher Kosten, haben wir eine Möglichkeit gefunden, die Übernachtung, eine Safari mit Jeep sowie eine Fahrt mit Kanu durch den Sumpf und auf dem Shire (größter Fluss von Malawi) im Liwonde Nationalpark zu erleben. Wir übernachteten in einem relativ neu angelegten Buschmann Camp und unternahmen am Anreisetag schon die Safari mit Jeep und Führer. Hier sahen wir Elefanten, Wasserschweine, Webervögel, Antilopen, Wasserböcke, Impalas usw.

Am nächsten Morgen ab 7.30 Uhr saßen wir schon im Kanu und ruderten mit Führer durch den Sumpf und über den Fluss, wo wir wieder für uns fremde Vegetation, Elefanten, Flusspferde, Impalas am Ufer sahen.

Gegen Mittag ging es mit dem Auto weiter nach Monkey Bay zur Gecko Lounge (die letzten 18 km sehr schlechte Straße), wo zum Abschluss der Reise eine Erholungsphase einsetzen sollte (war auch dringend nötig).

Diese Erholungsphase setzte dann auch am Montag ein, den wir mit Baden, Lesen, Ordnen der Rucksäcke und Koffer verbrachten. Auch ein Mittagsschläfchen durfte nicht fehlen.

Die ganzen Tage begleiteten uns am See junge Händler, die uns am Ausgang der Lounge erwarteten. Das Handeln mit ihnen und den Kauf ablehnen, weil wir einfach nicht mehr mitnehmen konnten, fällt einem manchmal schon schwer und wird mit der Zeit auch lästig.

Einiges haben wir aber schon gekauft z.B. Ketten, Hemden, Taschen, Bilderrahmen, Schlüsselanhänger und Figuren. Diese Artikel sollen zum größten Teil auch auf dem Weihnachtsmarkt in Minden verkauft werden, um die Kasse unseres Vereins aufzubessern.

Am Dienstag hatten wir eine Einbaumfahrt zu einer Insel mit Fischessen organisiert und auch ausgeführt. Hier konnten wir tauchen und viele bunte, endemische (nur hier vorkommende Fischarten) sehen. Wir schlossen uns einer Gruppe an, die mit einem alten Motorkahn zu einem Ort an der Insel fuhr, wo wir einen Fischadler sehen konnten. Dies war ein weiterer Höhepunkt auf unserer Abenteuerreise.

So ging es auch am Mittwoch weiter, als wir eine Wanderung zu dem in der Nähe gelegenen Nationalpark machten und Otter, viele bunte Eidechsenarten, bunte Vögel sahen und wieder badeten und tauchten.

Nachdem wir am Donnerstag unsere Erholungsphase abgeschlossen hatten, fuhren wir um ca. 9.30 Uhr ab, über Monkey Bay, Kapiri und ab da eine ganz neue Straße durchs Gebirge bis Dedza. Unterwegs hatten wir schöne Ausblicke an dieser wie bei uns ähnlichen Passstraße.

 

Auch kamen wir unserem Auftrag nach und kauften unterwegs kleine Holzautos und Holzfahrräder für den Basar. In Dezda machten wir eine Pause und sahen uns einen sehr schönen Markt an.

Am Nachmittag in Lilongwe angekommen folgten wir dem Rat von Ecki und mieteten uns im Old Town Camp ein.

Relativ einfache Zimmer, ein Restaurant und Swimmingpool erwarteten uns, so dass wir uns an unserem letzen Ort gut auf die Abreise vorbereiten konnten. Zweimal wanderten wir an einer stark befahrenen Straße ins Zentrum, besuchten verschiedene Märkte und besorgten das, was noch fehlte.

Am Samstag, dem Abflugtag, fuhren wir unser treues, stark auf der Reise beanspruchtes Mietauto zur Station zurück und wurden anschließend noch von einem Mitarbeiter zum Flughafen gebracht. Der Flug über Addis Abeba verlief sehr gut (ab Addis Abeba mit Lufthansa) bis wir in Frankfurt im Schnee landeten (bald 40° C Unterschied).

Als Schlusswort möchte ich feststellen, dass ich diese Reise nicht vergessen werde und viele meiner Fragen, die ich noch zur Entwicklungshilfe hatte, gelöst sind. Auch hilft mir diese Erfahrung bestimmt weiter bei meinen Handlungen auf meinem verbleibenden Lebensweg.

 

Hanno Müller